Alles ist möglich – Ein Ausschnitt aus meinen eigenen Leben

Damit sich jeder ein besseres Bild über mich machen kann, habe ich entschieden, mich bzw. einen Teil meiner bisherigen Lebensgeschichte „nackig“ zu machen, zu zeigen, was ich erlebt habe.

Natürlich ist das nicht vollständig, dazu schreibe ich zur Zeit ein Buch. Doch es soll einen Einblick geben, wer ich war, wer ich bin und wo ich hin möchte.
 

Ich teile die Auffassung von Carl Gustav Jung der da sagte: ,,Wir sind nicht das, was uns passiert ist, sondern das, was wir entscheiden zu werden.“ Daher ist meine Botschaft, die ich in die Welt senden möchte, das alles möglich ist!

Ich möchte mit meinem persönlichen Lebensweg auch Mut machen. Mut dazu, sich zu zeigen, zu berichten, was wir erlebt haben und es mit anderen zu teilen, ungefiltert, aus der eigenen Wahrnehmung heraus, ungeschönt – einfach nackt.

Ja, natürlich mache ich mich damit verletzbar und angreifbar, die Bewerteritis und Verurteilung von engstirnigen Menschen ist mir somit gewiss. Doch das ist es ein schönes Gefühl, Menschen an dem eigenen Weg, den Hochs und den Tiefs des Lebens teilhaben zu lassen. Vielleicht darf ich mit meinem Leben, meinen Erfahrungen DICH  inspirieren bewusster Entscheidungen zu treffen und DICH aus einem unbewussten, schicksalhaften Leben zu erheben – aufzuwachen!

Gerade dann, wenn wir uns mit uns selbst auseinander setzen und erkennen dürfen, dass wir nicht nur unbewusst, sondern auch ganz bewusst unseren Lebensweg selbst erschaffen können, bekommen wir unsere Macht in unserem Leben zurück um das sein zu können, was wir wirklich sind.

Mein persönlicher Lebensweg belegt die Wahrhaftigkeit der Aussage von C. G. Jung, dass, bis du des Unbewussten bewusst wirst, es dein Leben steuert und du es Schicksal nennen wirst.

Bis zu dem Tag, wo ich durch ein äußeres Ereignis aus meiner bisherigen Realität, meinem angenommenen Schicksal, gerissen wurde, lebte ich mein Leben unbewusst vor mich hin.

Unreflektiert in negativen Emotionen gefangenen, war ich ein Suchender, der jedoch nicht wusste, was er sucht. Quasi über Nacht verlor meine bisherige Welt alles, was ich glaubte kontrollieren zu können. Mir wurde bewusst, dass ich mich glasklar entscheiden musste, wie mein Leben nun weiter gehen wird. Dadurch begann ich, mich von negativen Emotionen und niedrigen Schwingungen zu befreien.

Doch ich möchte von Anfang an beginnen. 1986 durfte ich das Licht der Welt erblicken. Aufgrund eines angeborenen Herzfehlers verbrachte ich einen Teil meiner Kindheit daher in Krankenhäusern bei  Operationen oder Untersuchungen.

Bis heute ist  der Herzfehler noch nicht vollständig behoben, ich erfreue mich ansonsten bester Gesundheit. Zum einen weil ich mich so wohl fühle, zum anderen vertritt jeder meiner besuchten Kardiologen eine andere Meinung, also vertraue ich mir – und mir geht es wundervoll!

Die Mutter-Kind Bindung ist die wichtigste, erste und vielleicht tiefgreifenste Verbindung zwischen zwei Menschen. Die notwendige OP direkt nach meiner Geburt in einer Spezialklinik, die auf dem Luftweg am schnellsten zu erreichen war, verhinderte diese wichtige Bindung. Erst 14 Tage nach der Kaiserschnittgeburt konnte meine Mutter mich und ich sie sehen und spüren.

Solche Erlebnisse sind sehr prägend für das gesamte unreflektierte Leben und Erleben sowohl für die Kinder, in diesem Fall für mich, aber auch für die Mütter.

Außer den regelmäßigen Untersuchungen in meiner Kindheit, hatte ich dank des Bemühens meiner Eltern eine „normale“ Kindheit. Freunde, soziale Kontakte, Freuden und auch Tränen wie wohl die meisten Kinder auch. Zwar versuchten der Kindergarten und auch die Schule mich auf eine „Behinderten-Einrichtung“ abzuschieben, doch meine Eltern hingegen haben es geschafft, dass ich sowohl in einen Kindergarten wie auch eine Regelschule besuchen durfte.

Bedingt durch den Arbeitswechsel meines Vaters, bin ich zu Beginn meiner Pubertät mit einem Wohnort- und Schulwechsel konfrontiert worden, welcher mich nicht nur von meinem guten sozialen Umfeld trennte, sondern mich mitten in einen tiefen Konflikt stürzte. Aus einem aufgeschlossenen und aufgeweckten Jungen, wurde ein anschlussloser, innerlich zerrissener und unzufriedener Junge, an der neuen Schule ein sehr getrenntes Bild wahrnahm. Schüler – Lehrer, Mädchen – Jungen, Einheimische – Ausländer, Russen – Türken, Italiener – Deutsche, Junge – Ältere, usw. usf.

Um irgendwo dazu zu gehören wurden entweder Bedingungen aufgestellt oder radikal ausgegrenzt.

Das, was ich also Innen fühlte, spiegelte sich auch im Außen, doch damals war mir das nicht bewusst. Die Trennungen an der Schule zogen auch zum Teil verbale zum Teil körperliche Konflikte nach sich, Ausgrenzung, Abwertung und dies alles in einem Ton von mangelnder Wertschätzung und Respektlosigkeit.

Und so führte mich mein Ego auf den Weg, sich irgendwo anzupassen zu müssen. Als „Deutscher“ wurde ich häufiger gerade von den „Ausländern“ angefeindet und als behinderter und Uugezogener abgewertet und ausgeschlossen. Da ich selbst nicht wusste, wo meine wahren Werte lagen, floh ich vor mir selbst und schloss mich aus Angst und dem Bedürfnis nach Schutz und Zugehörigkeit der rechten Szene an.

Getrieben aus Angst vor weiteren Verlusten, der Trauer um meinen geglaubten Verlust, Angst vor dem Fremden, Angst vor Veränderung und neuem und dem Schmerz alleine zu sein, verstärkt durch meine Urängste und dem Fehlen von Vertrauen in irgendetwas, habe ich mich 15 Jahre lang in der rechten Szene „Zuhause“ gefühlt.

Begonnen in der Skinheads-Szene mit Musik und Alkohol über freie Kräfte, eigener Kameradschaft und Aktionsbüro, Funktionsträger in der JN und NPD und zum Abschluss im Dritter Weg, zählte ich mich zu den Militanten-Neonazis und habe immer versucht „Am Puls der Zeit“ etwas bewegen zu können.

Ich fühlte mich in der gesamten Zeit immer unter Druck, etwas verändern zu müssen eine Revolution zurück in das vorgestern, zurück in Grenzen und Getrenntheit, die unser Verstand geschaffen hatte, wo ich glaubte, das alles gut gewesen sei. Die Natur hätte natürliche Grenzen erschaffen und wir müssten dafür sorgen, dass diese auch eingehalten werden. Auf der Suche nach etwas, das ich nicht greifen könnte, getrieben von Ängsten die sich in meinem Außen spiegelten.

Auf meiner Suche befasste ich mich viel mit dem „okkulten Wissen“ des dritten Reiches um vielleicht dort zu finden was ich suchte, doch jeder sieht die Welt nicht wie sie ist, sondern nur, wie er selbst ist, sagte Mooji einmal.

In dieser Zeit heiratete ich auch und klammerte mich an das Familienbild aus der NS Zeit, der klaren Rollenzuteilung von Mann und Frau.

Als Führungskader der rechten Szene war es zwar immer mein Ansinnen, gewaltfrei zu agieren, dennoch war das Kämpfen, wenn auch nicht körperlich, für mich ein wichtiger Teil dieses Lebensabschnitts, trotz dass ich zum Teil nicht einmal wusste wofür bzw. wogegen der Kampf genau ging.

Der ganze Spuk, oder auch Ausflug in meinen Schatten, meine negativen Emotionen und Gefühle, das ziellose Kämpfen um Familie, Volk und Vaterland, endete schlagartig, als mich meine Ex-Frau 2015 spontan vor die Tür setze.

Im angeschlossene Rosenkrieg, der sich auf alle Ebenen ausweitete, um den geglaubten Verlust von Frau und Kinder und vor allem meiner Kontrolle über alles, was ich glaubte zu haben, konnte ich erst gar nicht wahrnehmen, was ich eigentlich gewonnen habe. Nämlich meine Freiheit, frei von vorgegaukelter Kameradschaft, Familie auf Zwang, besser sein zu müssen als andere, gefangen in unzeitgemäßen Rollenbildern, fern von mir selbst und dem, was Mensch-Sein ausmacht.

Hier begann eine absolute Kehrtwende in meinem Leben. Ich stelle alles in Frage und vor allem mich selbst. Ich begann mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu befassen und mich selbst zu erforschen. Das Ganze gipfelte dann in der klaren Entscheidung, die Vergangenheit los zu lassen, mir selbst zu vergeben und mich neu zu erfinden. Und so begann meine Reise nach Innen, wer bin ich, und was verdammt nochmal ich hier mache?

Um das Ganze zu vertiefen, begann ich eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Durch Fügung traf ich genau die Menschen, welche meinen Weg, mich selbst zu erkennen, magisch beflügelten.

Ich traf auf Menschen, wo ich das Gefühl hatte, sie schon ewig zu kennen, vertraut zu sein und vertrauen zu können. Alles fühlte sich nicht mehr so getrennt und abgespalten an, alles fühlte sich wie Leben an.

In der Ausbildung als Hypnoanalytiker durfte ich dann innere Erfahrungen machen, wofür ich keine Worte finde. Ich habe Dinge spüren dürfen, die ich für unmöglich gehalten habe. Eine tiefe Verbundenheit mit allem was war, ist und sein wird – Liebe auf allen Ebenen – ich denke, so kann man es vielleicht beschreiben. Ganz nach dem Ausspruch von Carl Gustav Jung: Wer nach außen blickt träumt, wer nach innen blickt erwacht.

Seit dem ist mein Leben ein völlig anderes. Mark Twain sagte mal, es gibt nur zwei Tage in unserem Leben, der Tag unserer Geburt und der Tag an dem wir herausfinden warum wir geboren wurden. Dieser Teil meines Lebens war beides. Eine Transformation vom militanten Neonazi zum liebenden Schöpferwesen.

Durch diese inneren Erlebnisse fühlt es sich an, als sei mein bisheriges Leben, alle Lasten, all der Schmerz und ein Großteil meiner Angst, von mir abgefallen.

Die Mauern aus Angst und Getrennt-Sein um mein Herz herum sind eingerissen und zusammengebrochen. Es fühlte sich an, als stünde mein Brustkorb weit offen und ein leuchtendes Strahlen aus meinem Herzen tritt hervor.

Ja, auch ein Jahr nach dieser magischen Transformation kehre und räume ich noch die Brocken um mein Herz herum weg. Meinen neuen Platz habe ich noch nicht gefunden. Doch ich weiß jetzt, dass wirklich alles möglich ist.

Schon gegen Ende meiner Ausbildung spürte ich, dass es nicht mein Weg ist, eine Praxis als Heilpraktiker zu betreiben und so nur einer geringen Zahl an Menschen helfen zu können.

Doch ja, es liegt mir tatsächlich, Menschen die Herzen zu öffnen. Menschen aus ihren grauen Mauern des Egos, ihren Konflikten, Ihrem persönlichen Samsara zu begleiten.

Auch wenn ich noch an der Prüfung zur Heilzulassung gescheitert bin, ist es mein Heiliges Anliegen, Menschen zu begleiten, zu begeistern für ihre persönliche Reise nach innen und somit Ihre persönlichen Potentiale aufzufinden und freizulegen.

Es ist in unserem Leben viel, viel mehr möglich, als wir uns selbst erlauben.

Meine Vision ist es, Menschen tief zu berühren und zu begleiten. Sie hinaus zu begleiten aus ihren grauen Mauern, hin zu einem farbenfrohen Leben. Ihrem Leben, das sie grenzenlos, in Freude und Liebe leben dürfen.

1 Kommentar zu „Alles ist möglich – Ein Ausschnitt aus meinen eigenen Leben

  1. Lieber Pascal! Ich finde es sehr mutig von dir, deine sehr ehrliche und gefühlvolle Lebensgeschichte zu veröffentlichen! Du schreibst sehr schön und nachvollziehbar! Ich kann mir vorstellen, dass aus deiner Geschichte ein sehr gutes Buch entsteht! Ich drücke dir dafür beide Daumen, du bist auf dem richtigen Weg!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close